Ziel
Die Erwartungen der TeilnehmerInnen an das Seminar sollen geklärt, kommentiert und visualisiert werden.
Kontext
- Seminargestaltung
Praktische Umsetzung
TeilnehmerInnen kommen mit den unterschiedlichsten Erwartungen und Anforderungen zu einem Seminar. Sie haben möglicherweise schon einige Informationen vorab erhalten. Idealerweise hat man diese als TrainerIn selbst formuliert – zumindest aber sollte man wissen, auf welchem Informationsstand sich die TeilnehmerInnen befinden.
Am Seminar selbst hat man verschiedene Möglichkeiten, die Erwartungen abzufragen, auf jeden Fall ist es sinnvoll, sich zu überlegen, zu welchen Bereichen man gerne Informationen hätte – und entsprechende Fragen zu stellen:
1) Zum Inhalt
Was wollen die TeilnehmerInnen inhaltlich mitnehmen bzw. am Seminar lernen?
2) Zur Gruppe/Zusammenarbeit
Wie soll sich die Gruppe am Seminar verhalten? Was wird von der Zusammenarbeit erwartet?
3) Zur Trainerin/zum Trainer
Wie soll sich die Trainerin/der Trainer verhalten? Welche Rolle soll die Trainerin/der Trainer spielen? Wie soll die Trainerin/der Trainer das Seminar strukturieren?
4) Zu sich selbst
Was nehmt ihr euch vor? Wie wollt ihr euch verhalten? Was wollt ihr ausprobieren?
Die Abklärung selbst kann auf unterschiedliche Weise stattfinden – hier einige Beispiele:
mündlich
Man fragt die TeilnehmerInnen einfach nach ihren Erwartungen. Dies kann ausführlich oder aber auch ganz kurz in einer Blitzlichtrunde geschehen. Damit auch die TeilnehmerInnen dabei den Überblick behalten, ist es sinnvoll, das Gesagte in Stichworten sichtbar mitzuschreiben.
schriftlich
Man gibt die Fragestellung vor und lässt die TeilnehmerInnen ihre Erwartungen verschriftlichen. Bei Bedarf auf Moderations-Kärtchen, die man anschließend sichtbar macht, um die gesamten Erwartungen zu visualisieren.
als Gruppenarbeit
Man teilt die TeilnehmerInnen in Kleingruppen ein und lässt sie darüber diskutieren, was am Seminar behandelt werden soll. Die Ergebnisse kann man wieder verschriftlichen lassen und sichtbar im Raum anbringen.
Methoden-Mix
Man kann natürlich alle drei Varianten beliebig mixen. So ist beispielsweise Folgendes eine (beliebte) Variante:
Im ersten Schritt lässt man die TeilnehmerInnen in Einzelarbeit die Fragen für sich selbst beantworten und auf Notizzetteln niederschreiben – so haben sie Zeit, sich Gedanken zu machen, ohne von anderen Meinungen beeinflusst zu werden. Im zweiten Schritt bildet man Kleingruppen, die sich über diese Gedanken austauschen und sie gegebenenfalls ergänzen. Anschließend schreiben sie innerhalb der Kleingruppen die Ergebnisse auf Moderationskärtchen, welche sie zum Abschluss vor der Großgruppe an eine Pinnwand heften und bei Bedarf Erklärungen dazu abgeben können.
Wichtig: Am Ende der Erwartungsabklärung sollten immer ein paar Worte vonseiten der Trainerin/des Trainers kommen. Welche Erwartungen können erfüllt werden? Welche nicht? Welche Themen können vielleicht nur gestreift werden?
Kommentar
Die Erwartungen der ganzen Gruppe sollten zumindest in Kurzform abgefragt werden. Damit erspart man sich und den Teilnehmer/innen Enttäuschungen.
Auch Hilfsmittel, wie z.B. Bildimpulskarten – zur Ankurbelung der Gedanken – lassen sich in dieser Phase des Seminars gut einsetzen (‚Sucht euch das Bild aus, das am ehesten eurer Erwartung an dieses Seminar entspricht.‘).
Richtiger Zeitpunkt/Voraussetzungen
Die Abklärung der Erwartungen führt man entweder bereits vor dem Seminar (mit den AuftraggeberInnen oder der ganzen Gruppe) oder zu Beginn des Seminars durch.
Querverweise
Arbeitsmaterial