SMARTe Ziele

George T. Doran (1981)

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Ziel

Die TeilnehmerInnen erkennen, dass es sich auszahlt Ziele SMART zu formulieren und sind auch in der Lage dies zu tun.

 

Kontext

 

Theorie

Das Akronym SMART wurde das erste Mal von George T. Doran 1981 eingeführt. Sowohl im Englischen als auch im Deutschen haben zahlreiche AutorInnen das Akronym auf unterschiedlichste Art und Weise genutzt.

Allen Varianten gemeinsam ist die Idee, Ziele nach einem einfachen Muster so zu formulieren, dass sie für jeden nachvollziehbar auf ihre Tauglichkeit hin untersucht werden können.

 

Theorie nach Doran

Specific (spezifisch) – Das Ziel bezieht sich auf einen ganz konkreten Bereich.

(„target a specific area for improvement“ [Doran 1981])

Measurable (messbar) – Das Ziel ist messbar oder es gibt zumindest einen Indikator für eine Verbesserung. („quantify or at least suggest an indicator of progress“ [Doran 1981])

Assignable (zuordenbar) – Das Ziel ist klar einer Person / Organisationseinheit zugeordnet. („specify who will do it“ [Doran 1981])

Realistic (realistisch) – Es ist klar festgehalten, welche Ergebnisse unter den gegebenen Rahmenbedingungen realistischer Weise zu erwarten sind. („state what results can realistically be achieved, given available resources“ [Doran 1981])

Time-related  (terminiert) – Es gibt einen klaren Zeitpunkt, bis wann das Ziel erreicht werden soll. („specify when the result(s) can be achieved“ [Doran 1981])

 

Deutsche Übersetzungen

Es gibt bereits im englischen zahlreiche Variationen des Akronyms. Die deutsche Literatur steht dem um nichts nach. Vor allem der Buchstabe „A“ wurde sehr gerne auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten. Im Folgenden eine kurze exemplarische Auswahl:

 

Spezifisch [1][2][3][4][5][6][7][8][9][11][12][13], Schriftlich [10]

Messbar [1][2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13]

Akzeptiert [1][9], Angemessen [2], Aktionsorientiert [3], Anspruchsvoll [4], Erreichbar (achievable) [5][12] Attraktiv und Aktionsorientiert [6], Attraktiv [7], Aggressiv [8], Aufgaben [10], Angepasst [11], Aktiv [13]

Realistisch [1][3][4][5][6][7][8][11][13], Realisierbar [2], Relevant [9][12], Realisierbarkeit [10]

Terminiert [2][3][4][5][6][7][8][9][13], Terminierbar [1], Termin festlegen [10], Time-bound / zeitgebunden [11], zeitlich festgelegt[12]

 

Praktische Einführung

Um eine Aufgabe zu erledigen oder ein Ziel zu erreichen, ist es sinnvoll, wenn man die Aufgabe/das Ziel genau unter die Lupe nimmt, bevor man losprescht. Dann nur so kann man gewährleisten, dass man an etwas arbeitet, das auch erreichbar und sinnvoll ist. Darüber haben sich schon viele Menschen Gedanken gemacht. Einer davon ist George Doran, der sich überlegt hat, dass Ziele SMART sein sollten. SMART ist dabei ein Akronym, welches dabei unterstützt, Eine Aufgabe oder ein Ziel auf ihre/seine Tauglichkeit und Sinnhaftigkeit hin zu überprüfen.

(Je nach Zielgruppe, kann eines der oben vorgestellten Modelle ausgewählt werden. Wir erläutern im Folgenden eine Auswahl der oben genannten Begriffe.)

 

Spezifisch / specific

Doran: Ein Ziel soll so beschaffen sein, dass man damit  einen spezifischen, klar definierten, Bereich des Lebens / des Unternehmens verbessern kann.

Variante in vielen deutschen Büchern: Ein Ziel soll möglichst genau, konkret, klar, eindeutig formuliert werden.

 

Messbar / measurable

Um zu wissen ob ein Ziel erreicht wurde oder nicht braucht es klar definierte, messbare, Werte.

 

Zuordenbar / Assignable

Doran, damals Chef eines Beratungsunternehmens, sah wohl die Gefahr, dass Unternehmensziele nicht erreicht werden, da sich niemand für deren Umsetzung zuständig fühlt. Dieser realen Gefahr wollte er mit „assignable“  gegensteuern.

Während sich dies sehr gut für Unternehmensziele eignet,  oft auch für das Projektmanagement, ist es im Bereich des Zeit- und Selbstmanagements klar, wer für die Umsetzung zuständig ist. Hier lohnt es sich z.B. attraktiv zu verwenden.

 

Attraktiv

Eine attraktive Zielformulieren soll dazu dienen, zur Handlung anzuspornen und zu motivieren (aktionsorientiert).

 

Akzeptiert

Eine weitere, aus unserer Sicht interessante Alternative ist „akzeptiert“. Scheitern Ziele daran, dass die Betroffenen sich gegen sie wehren, sollte bei zukünftigen Zielformulierungen vermehrt darauf geachtet werden.

 

Realistisch / realistic

Doran: Doran strich hier den Aspekt hervor, dass die Rahmenbedingungen in die Zielformulierung einfließen sollten. Und dass die Ergebnisse unter diesem Gesichtspunkt realistisch einzuschätzen und festzuschreiben sind.

Variante in vielen deutschen Büchern: Die deutsche Literatur fügt dem Aspekt, dass Ziele realistisch sein sollten, gerne noch hinzu, dass sie auch durch einen selbst erreichbar sein sollten und möglichst wenig vom Verhalten Dritter abhängen.

 

Terminiert / time-related

Durch einen klar festgelegten Zeitpunkt wird sichergestellt, dass man weiß ob man ein Ziel erreicht hat oder nicht.

 

Kommentar

Bei der Zielformulierung können natürlich noch weitere Aspekte eingebaut werden. Beispielsweise eignet es sich, zu erwähnen, dass Ziele nicht negativ formuliert werden sollen. Dies liegt laut Vera F. Birkenbihl daran, dass sich unser Gehirn keine Verneinungen merken kann. Mehr dazu unter http://blog.birkenbihl-sprachen.com/2013/03/bitte-nicht-lesen/

 

Richtiger Zeitpunkt/Voraussetzungen

Diese Methode kann jederzeit im Seminar vorgestellt werden.

 

Weiterführende Literatur

Das Original

  • Doran, G. T. (1981). There’s a S.M.A.R.T. way to write management’s goals and objectives. Management Review, Volume 70, Issue 11(AMA FORUM), pp. 35-36.

http://search.ebscohost.com/login.aspx?direct=true&db=buh&AN=6043491 (Universitäts- / Institutionszugang erforderlich)

 

TrainerInnenliteratur

Methodensammlung für Trainerinnen und Trainer (Edition Training aktuell)

Peter Dürrschmidt, Joachim Koblitz, Marco Mencke, Andrea Rolofs, Konrad Rump, Susanne Schramm

 

Im Kontext von Zeit- und Selbstmanagement

Selbstmanagement

Klaus Bischof, Anita Bischof, Horst Müller

 

 

 

 

 

Im Kontext von Projektmanagement

 

 

Projektmanagement für Dummies

Stanley E. Portny

 

 

Im Kontext von Personalmanagement

 

Im Kontext von Führung

 

Beispiel-Training (45 Minuten)

Zeit Beschreibung Material
15‘ Gemeinsames Erarbeiten des Akronyms / Impulsvortrag Flipchart
10’ Die TeilnehmerInnen erhalten die Aufgabe jeweils zwei beispielhafte SMARTe Ziele zu formulieren. Zettel, Stifte
15‘ Vorstellen der Beispielsätze (je nach Gruppengröße von allen TeilnehmerInnen oder nur ein paar). Gemeinsame Analyse ob sie SMART sind.
10’ Reflexion – Wo lagen Schwierigkeiten?

 

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2 Antwort auf “SMARTe Ziele”

  1. Warum manche Sportler fast immer ihre Ziele verfehlen - feigenwinter.com

    […] Ziel ist. Über SMART-Ziele wurde eine Menge geschrieben, ein paar Artikel dazu findest du hier, hier, hier, hier und […]

    Antworten
  2. 3 Faktoren, warum du deine Ziele immer wieder verfehlst « running.COACH Blog

    […] SMART ist das Akronym für Specific (spezifisch)/Measurable (messbar)/Assignable (zuordenbar)/Realistic (realistisch)/Time-related (terminiert). Einen tollen Artikel zu den SMART-Zielen findest du hier. […]

    Antworten

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